Wissenschaft
Robotik im Gesundheitswesen: ROBIN-Konferenz stellt Innovationen vor
Freitag, der 24.August 2012
Robotik im Gesundheitswesen: ROBIN-Konferenz stellt Innovationen vor

Kiel: Am 31. August 2012 findet in der IHK zu Kiel die ROBIN-Abschlusskonferenz mit einer Präsentation der Projektergebnisse statt. Im Rahmen des ROBIN-Projektes (Robotics in Healthcare) wurden über zwei Jahre lang erfolgreich Kontakte zwischen dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, und dem dänischen Universitätsklinikum in Odense sowie Firmen und Netzwerkpartnern beidseits der Grenze geknüpft und vielfältige Ideen für technische Innovationen zusammengetragen.

„Beim Einsatz robotischer Technologien geht es nicht um Personaleinsparung, sondern um intelligente Automatisierungslösungen zum Nutzen der Patienten und zur Entlastung des Pflegepersonals von körperlicher Schwerstarbeit“, sagt Almut Kalz, Projektkoordinatorin am UKSH. Die Versorgung schwerkranker und pflegebedürftiger Patienten könne so entscheidend erleichtert werden, z. B. durch „Baderoboter“ aus Japan, die in Dänemark schon getestet werden. Auch Serviceroboter wie „Casero“ oder „Care-O-Bot“ könnten die Versorgung der Patienten auf den Stationen unterstützen, indem sie Wasser oder Handtücher in die Patientenzimmer bringen. Das Besondere ist, dass diese Systeme exakt navigieren und entgegenkommenden Personen ausweichen können. Blut- oder Gewebeproben können in entsprechend konfigurierten pneumatischen Rohrpostsystemen in Sekundenschnelle ins Labor gelangen, um unnötige Wartezeiten zu vermeiden.

Im Fokus der Konferenz steht allerdings die roboter-gestützte Chirurgie. „Dennoch werden Patienten auch in Zukunft nicht von autarken Robotern operiert“, sagt die Projektkoordinatorin. „Alle verfügbaren Systeme, wie der „DaVinci“ (USA) oder der vom Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt entwickelte „MiroSurge“, arbeiten nach dem gleichen Grundprinzip: Der Arzt steuert.“ Minimal-invasive Operationen können dank moderner Technik mit hoher Präzision ausgeführt werden, indem der Arzt über eine Konsole die Instrumente führt, während er gleichzeitig mit Hilfe stark vergrößerter Darstellung des OP-Gebiets eine optimale Kontrolle hat. Durch Überlappung mit voroperativen MRT-Bildern kann diese Präzision zukünftig noch weiter gesteigert werden.

Auf der Konferenz soll ferner der dänische Ansatz zur Innovationsförderung im Gesundheitswesen vorgestellt werden. „Die Weiterentwicklung des Projekts verspricht viele interessante Impulse auch für die deutsche Seite“, sagt Almut Kalz. Dabei gehe es auch um Perspektiven für die Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen UKSH und dem Universitätsklinikum Odense, für die bereits ein Name gefunden wurde: „COLLIN – Collaboration for Innovation“.

Die Abschlusskonferenz findet am 31. August von 9.30 bis 16 Uhr in der IHK (Industrie- und Handelskammer) Kiel, Bergstraße 2, statt. Interessierte Besucher sind herzlich willkommen. Weitere Infos unter www.roboregion.eu. Anmeldung per E-Mail an almut.kalz@uksh-kiel.de oder Tel: 0431 597-2035. (Pressemeldung vom 23.08.2012)

Quelle: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein | Foto: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
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