Wissenschaft
MHH: Mäuse mit genmanipulierten Zellen geheilt
Mittwoch, der 13.Juli 2011
MHH: Mäuse mit genmanipulierten Zellen geheilt
Hannover| Münster: Neue Erfolge in der Stammzellentherapie. Wissenschaftler des Exzellenzclusters REBIRTH (Von Regenerativer Biologie zu rekonstruktiver Therapie) haben bewiesen, dass induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen) genetisch verändert werden können, ohne ihre pluripotenten Eigenschaften zu verlieren. iPS-Zellen werden mit einem speziellen Verfahren aus Körperzellen wie beispielsweise Hautzellen hergestellt und erlangen dabei die Eigenschaften von embryonalen Stammzellen. Danach können die iPS-Zellen wie embryonale Stammzellen sämtliche Zelltypen des Körpers bilden. Die Arbeit mit iPS-Zellen ist ethisch weitgehend unbedenklich, da sie nicht embryonalen Ursprungs sind.
 
REBIRTH ist das Exzellenzcluster an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zu regenerativer Medizin. An den Untersuchungen waren unter anderem Forscher der REBIRTH-Arbeitsgruppen Stammzellbiologie, Hämatopoetische Zelltherapie, Leberzelltherapie, des MHH-Instituts für Zell- und Molekularpathologie sowie des Max-Planck-Instituts für molekulare Biomedizin in Münster (MPI) beteiligt. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „PLoS (Public Library of Science) Biology".
 
Die Forscher testeten im Mausmodell, ob sich induzierte pluripotente Stammzellen für eine Zelltherapie eignen. „Wir haben Hautzellen von leberkranken Mäusen in iPS-Zellen umprogrammiert und anschließend den Gendefekt korrigiert, der Ursache für die Lebererkrankung ist", erklärt Dr. Tobias Cantz, Leiter der REBIRTH-Arbeitsgruppe Stammzellbiologie und Nachwuchsgruppenleiter am MPI. Mit einer speziellen Methode, der Tetraploiden Embryo Komplementierung, gelang es den Forschern, aus den genkorrigierten iPS-Zellen gesunde Mäuse zu erzeugen. „Die Tiere sind gesund; auch ihre Lebensspanne ist nicht verkürzt. Das beweist, dass iPS-Zellen genetisch so verändert werden können, dass zwar die Ursache von genetisch bedingten Krankheiten behoben wird, die pluripotenten Eigenschaften aber erhalten bleiben", betont Dr. Cantz.
 
Für den Erfolg war die enge Zusammenarbeit von Forschern der MHH und des Max-Planck-Instituts in Münster von grundlegender Bedeutung. „Ohne eine Kombination meiner Expertise aus dem MPI Münster und die der Arbeitsgruppen des Exzellenzclusters wäre die Arbeit nie zustande gekommen", erklärt der Forscher, der mit seiner hannoverschen Arbeitsgruppe im Exzellenzcluster REBIRTH eine Brückenfunktion zwischen Münster und Hannover einnimmt.
 
Professor Dr. Hans Schöler, Direktor der Abteilung Zell- und Entwicklungsbiologie am MPI Münster, unterstreicht die Bedeutung der Ergebnisse in der Diskussion um Stammzellen: „Die gegenwärtige Diskussion beleuchtet die iPS-Zellen zwar sehr kritisch. Unsere Ergebnisse zeigen aber, dass sich Stoffwechselerkrankungen der Leber an Mäusen mit iPS-Zellen korrigieren lassen. Die Zellen sind genauso stabil wie embryonale Stammzellen und eignen sich für eine kombinierte Zell- und Gentherapie."
 
Langfristiges Ziel der Forschungsarbeiten ist es, Patienten Zellen zu entnehmen, diese im Labor zu iPS-Zellen umzuprogrammieren, genetisch zu korrigieren und so eine patientenspezifische Zelltherapie zu entwickeln. Der Vorteil: Die Abstoßungsreaktion gegenüber Spenderzellen könnte vermieden werden. (Pressemeldung vom 12.07.2011)
Quelle: MHH | Foto: MPI Münster /CAntz
Lesezeichen - weitere Meldungen
Top Thema
Region und Schulbildung entscheiden über Chancen auf Ausbildungsmarkt 2016 wurden gut 80.000 weniger duale Ausbildungsplätze von Betrieben angeboten als noch 2007. Noch stärker – um 155.000 – ging die Zahl der Bewerber um eine duale Ausbildung zurück. weiterlesen


01.02.2018
  • Do
    • Donnerstag, der 01.02.2018
  • Fr
    • Freitag, der 02.02.2018
  • Sa
    • Samstag, der 03.02.2018
  • So
    • Sonntag, der 04.02.2018
  • Mo
    • Montag, der 05.02.2018
  • Di
    • Dienstag, der 06.02.2018
  • Mi
    • Mittwoch, der 07.02.2018
  • Do
    • Donnerstag, der 08.02.2018
  • Fr
    • Freitag, der 09.02.2018
  • Sa
    • Samstag, der 10.02.2018
  • So
    • Sonntag, der 11.02.2018
  • Mo
    • Montag, der 12.02.2018
  • Di
    • Dienstag, der 13.02.2018
  • Mi
    • Mittwoch, der 14.02.2018
  • Do
    • Donnerstag, der 15.02.2018
  • Fr
    • Freitag, der 16.02.2018
  • Sa
    • Samstag, der 17.02.2018
  • So
    • Sonntag, der 18.02.2018
  • Mo
    • Montag, der 19.02.2018
  • Di
    • Dienstag, der 20.02.2018
20.02.2018