Wissenschaft
Deutschlandpremiere: Kinderklinik des UKSH am Campus Kiel setzt erstmals humanoide Roboter ein
Montag, der 17.Juli 2017
Deutschlandpremiere: Kinderklinik des UKSH am Campus Kiel setzt erstmals humanoide Roboter ein
Kiel: Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin II des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, hat als erste Kinderklinik in Deutschland ein Projekt gestartet, bei dem humanoide Roboter zum Einsatz kommen. Der weltweit aktive Roboter „Zora“ verfügt über zahlreiche Einsatzmöglichkeiten und ist in der Lage, sowohl junge stationäre Patienten als auch Pflegekräfte zu unterstützen.
 
„Die Digitalisierung bietet großartige Möglichkeiten für Innovationen in der Medizin“, sagte Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH. „Ob robotergestützte OPs, Telemedizin, digitale Patientenakten oder dieses sehr spannende Zora-Projekt in der Kinderklinik – das UKSH möchte eine Vorreiterrolle einnehmen und gezielt hochmoderne Technik zum Wohl unserer Patienten einsetzen. Daher engagieren wir uns auch während der Digitalen Woche Kiel, um mit Experten und der Bevölkerung ins Gespräch über die Zukunft der Medizin zu kommen.“
 
„Wir freuen uns sehr, bundesweit die Ersten zu sein, die mit diesem sympathischen kleinen Roboter in einer Kinderklinik arbeiten dürfen“, sagte Prof. Dr. Ulrich Stephani, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin II und Vorstandsmitglied für Forschung und Lehre. „Mein Dank gebührt allen Beteiligten, insbesondere unserer IT-Leiterin Uta Knöchel und den Kuratoren der Förderstiftung des UKSH für die Realisierung sowie Unterstützung des Projektes. Jetzt wird es für uns darum gehen, neben allem Spaß, den Zora uns breitet, gründlich und ernsthaft zu prüfen und zu lernen, wie wir den Roboter optimal einsetzen können.“
 
Mit einer Förderung von 35.700 Euro trägt die UKSH Förderstiftung wesentlich zur Finanzierung von zwei humanoiden Robotern bei. Alexander Eck, Vorstandsvorsitzender der Förderstiftung, sagte: „Wir freuen uns, dass wir dank der starken Kuratoren-Gemeinschaft seit der Stiftungsgründung im Mai 2013 bereits 35 Medizinprojekte zur Stärkung der Universitätsmedizin am UKSH mit einer Gesamtsumme von mehr als 860.000 Euro gefördert haben. Ein exzellentes Klinikum wie das UKSH verdient es, von den Bürgern und Unternehmen des Landes unterstützt zu werden.“ Die Förderstiftung des UKSH wurde mit dem Ziel gegründet, die Bedingungen für Patienten, Angehörige und Mitarbeiter zu verbessern, innovative medizinische Vorhaben zu fördern und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein als spitzenmedizinischen Maximalversorger zu stärken. Mittlerweile ist die Fördergemeinschaft auf 39 Kuratoren angewachsen. „Besonders innovative Projekte wie dieses hier fördern wir gern, denn Zora zeigt uns, wie technischer Fortschritt in einem modernen Universitätsklinikum wie dem UKSH aussehen kann“, ergänzte Vorstandsmitglied der Förderstiftung und Kurator Michael Schütz, Leiter der Geschäftsstelle Kiel der Bank Julius Bär Europe AG.
Foto: Michael Schütz (l.), Vorstandsmitglied der Förderstiftung, war ebenso begeistert vom kleinen sympatischen Roboter wie Klinikclown Dr. med. Wurst, Stefanie Fimm und Prof. Scholz
 
Der 59 Zentimeter große und rund 4,5 Kilo schwere Roboter Zora basiert auf dem Roboter „NAO“ des Herstellers SoftBank Robotics und wurde speziell an die Bedürfnisse in der Pflege angepasst. Im Rahmen des Projektes werden zunächst zwei Zoras am UKSH zum Einsatz kommen. Das niederländische Akronym steht für „Zorg Ouderen Revalidatie en Animatie“ und bedeutet Altenpflege, Rehabilitation und Animation. Weltweit sind bereits rund 400 Exemplare im Einsatz. Der sehr kommunikative Roboter kann unter anderem bei Fitnessübungen motivieren, an die Einnahme von Medikamenten oder an die Flüssigkeitsaufnahme erinnern, über anstehende Ereignisse und Nachrichten informieren, singen, tanzen und Geschichten erzählen.
 
„In unserer Zora sind bereits sehr viele Übungen und Anwendungen für verschiedene Szenarien enthalten“, erklärt Werner Haas, Geschäftsführer der Firma HCS Computertechnologie GmbH als exklusiver deutscher Partner des belgischen Unternehmens Zora Robotics. „Gemeinsam mit der Kinderklinik und der IT des UKSH wird es in dem Projekt nun darum gehen, die Einsatzmöglichkeiten im Krankenhaus anzupassen und weiterzuentwickeln.“ Für den Projektstart ist geplant, dass Zora die Klinikclowns bei ihrer Visite auf den Stationen der Kinderklinik begleitet und unterstützt. Ziel ist es, Kindern eine Abwechslung vom Krankenhausalltag zu verschaffen und Berührungsängste abzubauen. In Kooperation mit der Physiotherapie soll der Roboter zudem helfen, Kindern therapeutische Übungen nahezubringen und zu motivieren. Diese Einsatzmöglichkeit soll auch bei älteren Patienten auf der neurogeriatrischen Station der Klinik für Neurologie geprüft werden. Möglich ist zudem, dass Patienten mit Demenzerkrankungen von Zora profitieren können.
 
Auch im Rahmen eines Autismus-Projektes an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin II soll Zora zum Einsatz kommen. Da es Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen häufig leichter fällt, mit Dingen zu kommunizieren, wird Dr. Navah Kadish, Psychologin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin II, prüfen, inwieweit der Roboter helfen kann, die Kinder bei ihrer Therapie zu unterstützen. Darüber hinaus sollen die 20 Sprachmodule, über die der Roboter verfügt, genutzt werden. Denkbar wäre, dass Zora durch einfache Übersetzertätigkeiten bei der Kommunikation mit ausländischen Patienten hilft.
 
Längerfristig wollen die Projektteilnehmer weitere Einsatzmöglichkeiten prüfen. „Wir sind jetzt in der Startphase, in der wir Schritt für Schritt lernen wollen, an welchen Stellen Zora sinnvoll unterstützen kann“, sagt Prof. Stephani. „Dabei geht es immer um das Wohl unserer Patienten und eine Unterstützung unserer Mitarbeiter. Sicher ist schon jetzt: Qualifiziertes Personal ersetzen, kann keine Maschine.“ (Pressemeldung vom 15.07.2017)
Quelle: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein | Foto: UKSH
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