Wirtschaft
Salzgitter AG - Ergebnisprognose 2014 erreicht – Konzernresultat um nahezu 500 Mio. € verbessert
Freitag, der 27.Februar 2015
Salzgitter AG - Ergebnisprognose 2014 erreicht – Konzernresultat um nahezu 500 Mio. € verbessert

Salzgitter: In einem herausfordernden europäischen Stahlmarktumfeld verbesserte der Salzgitter-Konzern sein Vorsteuerresultat im Geschäftsjahr 2014 um knapp 500 Mio. € und schloss – wie prognostiziert – mit einem nahezu ausgeglichenen Ergebnis ab.
Das konzernweite Restrukturierungsprogramm „Salzgitter AG 2015“ leistete hierzu einen erheblichen Beitrag. Besonders hervorzuheben sind der Turnaround der Peiner Träger GmbH (PTG) sowie der nachhaltig positive Ergebnistrend der Salzgitter Mannesmann Precision-Gruppe. Auch in vielen weiteren Konzerngesellschaften zeigte das Programm zunehmende Wirkung.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wurde erfreulich gesteigert, sodass die Nettofinanzposition per 31. Dezember 2014 mit 403 Mio. € ein Drittel besser als zum Vorjahresstichtag war. Zusammen mit 34 % Eigenkapitalquote verfügt die Salzgitter AG über eine sehr solide Bilanz- und Finanzstruktur.

Der Außenumsatz des Salzgitter-Konzerns kam wegen schwächerer Durchschnittserlöse für die meisten Stahlprodukte mit 9.040,2 Mio. € knapp unterhalb des Vergleichswertes (2013: 9.309,8 Mio. €) aus.

Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich gegenüber dem Vorjahresresultat (2013: –482,8 Mio. €) auf –15,2 Mio. €. Darin sind 31,2 Mio. € Ergebnisbeitrag des Aurubis-Engagements sowie saldiert –43,0 Mio. € überwiegend bilanzielle Einmaleffekte enthalten. Aus –31,9 Mio. € Nachsteuerresultat (2013: –490,0 Mio. €) errechnen sich –0,64 € Ergebnis je Aktie (2013: –9,11 €). Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) war wieder positiv und erreichte 1,8 % (2013:–10,5 %).

1)Bei den Vorjahresvergleichen ist zu beachten, dass die Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2013 aufgrund der neuen Konzernstruktur und der nach IFRS 11 geänderten Konsolidierungsmethoden für Unternehmensbeteiligungen angepasst („restated“) wurden.

Der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann erklärte hierzu: „Die Resultate des Geschäftsjahres 2014 sagen mehr als viele Worte. Das Projekt ‚Salzgitter AG 2015’ wird konsequent realisiert, der Vorsteuerverlust betrug 2014 weniger als ein Dreißigstel des Ergebnisses aus 2013. Den Cash-Abfluss aus dem Konzern haben wir gestoppt. Diese unzweifelhaften Erfolge dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir noch eine harte Wegstrecke in Richtung allseits zufriedenstellender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit zurückzulegen haben.“

Entwicklung der Geschäftsbereiche

Im Geschäftsjahr 2014 verzeichnete der Geschäftsbereich Flachstahl trotz der weiterhin fragilen Verfassung des europäischen Stahlmarktes eine positive Absatzentwicklung. Wegen der niedrigeren Erlöse für die meisten Produkte wuchs der Außenumsatz nur marginal auf 2.060,1 Mio. € (2013: 2.017,6 Mio. €). Insbesondere dank des gegenüber Vorjahr spürbar gesteigerten Resultats der Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG) wurde das Vorsteuerergebnis des Geschäftsbereiches auf –8,8 Mio. € (2013: –85,0 Mio. €) verbessert.

Auch die Marktsituation im Grobblech- und Trägerbereich war während des Geschäftsjahres 2014 von intensivem Wettbewerbsdruck gekennzeichnet. Trotz niedrigerer Absatzmengen stieg der Außenumsatz des Geschäftsbereiches Grobblech / Profilstahl geringfügig auf 1.118,8 Mio. € (2013: 1.088,4 Mio. €). Mit 130,0 Mio. € verringerte sich der Vorsteuerverlust gegenüber dem Vorjahresresultat spürbar (2013: –403,4 Mio. €). Während das Ergebnis 2013 von Abschreibungen auf das Anlagevermögen und Restrukturierungsaufwendungen bei der PTG belastet war, beinhaltet der Abschluss 2014 insgesamt 64,4 Mio. € Aufwand im Zusammenhang mit Restrukturierung und Impairment der HSP Hoesch Spundwand und Profil GmbH (HSP). Hingegen lieferte der Turnaround der PTG den maßgeblichen Anteil der positiven Ergebnisentwicklung des Geschäftsbereiches.

Die Produktsegmente des Geschäftsbereiches Energie entwickelten sich sehr unterschiedlich: Einer guten Geschäftslage bei nahtlosen Edelstahlrohren sowie dem nachhaltig positiven Ergebnistrend der Salzgitter Mannesmann Precision-Gruppe (SMP-Gruppe) stand die herausfordernde Situation der europäischen Leitungsrohrgesellschaften gegenüber. Bei leicht rückläufigen 1.226,5 Mio. € Außenumsatz (2013: 1.308,9 Mio. €) wies der Geschäftsbereich mit –40,6 Mio. € (2013: –51,6 Mio. €) einen im Vergleich zum Vorjahr reduzierten Vorsteuerverlust aus. Negative Einflüsse unauskömmlicher Beschäftigung der Leitungsrohrgesellschaften mit Schwerpunkt im ersten Halbjahr 2014, 13,1 Mio. € einmalige Bewertungseffekte bei der Salzgitter Mannesmann Großrohr GmbH und der EUROPIPE-Gruppe sowie 5,5 Mio. € Restrukturierungsrückstellungen der SMP-Gruppe prägten das Ergebnis maßgeblich. Die Salzgitter Mannesmann Stainless Tubes-Gruppe erwirtschaftete erneut einen bemerkenswerten Gewinnbeitrag.

Der Außenumsatz des Geschäftsbereiches Handel verminderte sich im Geschäftsjahr 2014 vor allem wegen eines Rückgangs des Geschäftsvolumens im internationalen Trading auf 3.254,8 Mio. € (2013: 3.574,6 Mio. €). Dennoch wurde ein erfreuliches Vorsteuerergebnis erzielt: Aufgrund der Vereinnahmung von insgesamt 40,0 Mio. € mehrjähriger Ergebnisthesaurierungen bislang nicht konsolidierter Gesellschaften und weiterer bilanzieller Einmaleffekte ergab sich mit 60,1 Mio. € ein erheblich über dem Vorjahreswert auskommender Vorsteuergewinn (2013: 31,4 Mio. €).

Der Außenumsatz des Geschäftsbereiches Technologie legte vor allem wegen eines Zuwachses der KHS-Gruppe auf 1.198,2 Mio. € (2013: 1.118,2 Mio. €) zu. Der Geschäftsbereich erwirtschaftete im Berichtszeitraum 25,2 Mio. € Gewinn vor Steuern und konnte damit sein Ergebnis gegenüber dem Vergleichszeitraum (2013: 12,7 Mio. €) nahezu verdoppeln. Dieser Erfolg war in erster Linie auf die konstant gute Auslastung der Produktionsstätten aller Gesellschaften zurückzuführen. Innerhalb der KHS-Gruppe dominierte das sehr erfreuliche Resultat der KHS Corpoplast GmbH. Die KDS verbuchte 2014 den Rekordgewinn ihrer Unternehmensgeschichte und die KDE-Gruppe hat ihr Vorsteuerresultat im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht.

Der Außenumsatz des Bereiches Industrielle Beteiligungen / Konsolidierung reduzierte sich im Geschäftsjahr 2014 auf 181,9 Mio. € (2013: 202,1 Mio. €). Der Gewinn vor Steuern betrug 78,9 Mio. € (2013: 13,2 Mio. €). Ausschlaggebend dafür war vor allem der signifikante Swing des Aurubis-Engagements mit einem Gewinnbeitrag von 31,2 Mio. € (2013: –17,2 Mio. €).

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2014 wird dem Aufsichtsrat anlässlich seiner nächsten Sitzung zur Billigung vorgelegt und am 27. März 2015 in vollständiger Fassung veröffentlicht.

Ausblick 2015
Prognosen zur Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Situation sind schon grundsätzlich, besonders aber im gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen Umfeld von hoher Unsicher-heit geprägt. Die folgenden zukunftsbezogenen Aussagen zu den einzelnen Geschäfts-bereichen unterstellen, dass es in Europa nicht zu einer rezessiven Entwicklung kommen wird. Vielmehr erwarten wir für unsere anhaltend umkämpften Hauptmärkte im laufenden Geschäftsjahr eine moderate konjunkturelle Erholung.

Vor diesem Hintergrund gehen die Geschäftsbereiche von folgendem Verlauf des Geschäftsjahres 2015 aus:

Der Geschäftsbereich Flachstahl erwartet angesichts der weiter unter Druck stehenden Erlöse im EU Stahlmarkt auch für 2015 einen herausfordernden Geschäftsverlauf. Die mit weitem Abstand größte Gesellschaft der Sparte, Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG), muss darüber hinaus die erheblichen Kosten der planmäßigen Neuzustellung eines ihrer Großhochöfen verkraften. Die ebenfalls daraus resultierenden niedrigeren Versandmengen führen zu einem entsprechend geringeren Umsatz. Einsparungen auf der Kostenseite, unter anderem dank der neuen Kohleeinblasanlage, können die Sonderbelastungen aus der Hochofenzustellung nicht vollständig kompensieren. Ohne die belastenden Effekte wäre eine Rückkehr in die Gewinnzone durchaus erwartbar; inklusive der direkten und indirekten Auswirkungen der Hochofenzustellung wird das Vorsteuerergebnis des Geschäftsbereiches merklich niedriger als 2014 ausfallen.

Auch der Geschäftsbereich Grobblech / Profilstahl wird im laufenden Jahr in einem diffizilen Marktumfeld agieren müssen. Während die Grobblechwalzwerke dennoch eine Ergebnisverbesserung anstreben, ist es das vorrangige Ziel der Peiner Träger GmbH (PTG), den erfolgten Turnaround zu stabilisieren. Unter Berücksichtigung der allgemeinen Marktlage in Verbindung mit den Sondersituationen der Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH (MGB) – hier wirkt sich die Suspendierung des South Stream Projektes aus – und der HSP Hoesch Spundwand GmbH (HSP) ist die Entwicklung von Umsatz und Vorsteuerergebnis des Geschäftsbereiches von erheblichen Unwägbarkeiten geprägt. Dennoch wird für das Vorsteuerresultat eine erhebliche Verbesserung angestrebt. Der Umsatz sollte leicht zunehmen.

Der Geschäftsbereich Energie wird 2015 zumindest temporär unter der Schwäche des europäischen Großrohrmarktes – unter anderem wegen der Suspendierung des Projektes South Stream – leiden. Dies führt zu Beschäftigungslücken in den europäischen Werken. Weitaus positiver stellt sich dagegen die Lage in Nordamerika dar: Der vorhandene Auftragsbestand sichert den dortigen Standorten eine Belegung bis in das Jahr 2016 hinein. Die Präzisrohrgesellschaften rechnen mit einer stabilen Nachfrage der Automobilhersteller, während die Märkte der Produktsegmente Energie und Industrie hart umkämpft bleiben dürften. Im Bereich der nahtlosen Edelstahlrohre wird nach dem überaus erfolgreichen Jahr 2014 mit Buchungen auf gutem Niveau gerechnet. Der Geschäftsbereich Energie erwartet 2015 unter der Annahme temporär unterausgelasteter Großrohr-Produktionsstätten in Europa einen Umsatz auf Vorjahreshöhe. Wegen der konsequenten Umsetzung der „Salzgitter AG 2015“-Maßnahmen und des Wegfalls von Sonderbelastungen sollte das Vorsteuerergebnis deutlich steigen.

Der Geschäftsbereich Handel geht 2015 von einem begrenzten Umsatzzuwachs und einem positiven, gegenüber dem Vorjahr wegen der nicht wiederholbaren positiven Einmaleffekte merklich geringeren Vorsteuerergebnis aus. Basis für die Umsatz- und Ergebnissteigerung im lagerhaltenden Handel bilden die zunehmende Konzentration auf höherwertige und angearbeitete Produkte sowie die erwartete Stabilisierung der Preise und Nachfrageverhältnisse in Europa. Der niedrige Ölpreis sollte diese Tendenz unterstützen. Im internationalen Trading wird als Folge einer Belebung des außereuropäischen Projektgeschäfts mit einem zufriedenstellenden Resultat gerechnet.

Aufsetzend auf einem hohen Auftragsbestand antizipiert der Geschäftsbereich Technologie eine moderate Umsatzausweitung und ein ansteigendes Vorsteuerergebnis. Das angestrebte Wachstum in profitablen Produktsegmenten sowie der weitere Ausbau des Servicegeschäfts sollten der KHS-Gruppe in Verbindung mit Effizienzsteigerungen aus dem „Fit4Future“-Programm sowohl ein Umsatzplus als auch eine Ergebnisverbesserung ermöglichen. Die Aussichten für die KDS und die KDE-Gruppe sind ebenfalls vielversprechend.

Für den Bereich Industrielle Beteiligungen / Konsolidierung, welcher hauptsächlich von den Kosten für die Management-Holding, stichtagsbezogenen Bewertungseffekten aus Devisen- und Derivatepositionen, den Ergebnissen hier erfasster Dienstleistungsunternehmen sowie der weiteren Beteiligungen inklusive der Aurubis AG (NAAG) geprägt ist, wird ein positives Vorsteuerresultat unterhalb des sehr guten Vorjahresniveaus unterstellt.

Auf Grundlage der Planungen der einzelnen Geschäftsbereiche und unter Berücksichtigung weiterer positiver Effekte des Konzernprogramms „Salzgitter AG 2015“ gehen wir für den Salzgitter-Konzern im Jahr 2015 von

  • einer Umsatzerhöhung auf etwa 9,5 Milliarden Euro,
  • einem Vorsteuergewinn im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich sowie
  • einer über dem Vorjahreswert auskommenden Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) aus.

Wie schon in den vergangenen Jahren weisen wir darauf hin, dass Chancen und Risiken aus aktuell nicht absehbaren Erlös-, Vormaterialpreis- und Beschäftigungsentwicklungen sowie Veränderungen von Währungsparitäten den Verlauf des Geschäftsjahres 2015 erheblich beeinflussen können. Die hieraus resultierende Schwankungsbreite des Konzernergebnisses vor Steuern kann – wie die aktuellen Ereignisse zeigen – ein beträchtliches Ausmaß sowohl in negativer als auch positiver Richtung annehmen. Die Dimension dessen wird deutlich, wenn man unterstellt, dass bei rund 12 Mio. t abgesetzten Stahlerzeugnissen der Geschäftsbereiche Flachstahl, Grobblech/Profilstahl, Energie und Handel im Schnitt 25 € Margenveränderung pro Tonne bereits ausreichen, um 300 Mio. € jährliche Ergebnisvarianz zu verursachen. Darüber hinaus begrenzen volatile Rohstoffkosten sowie kürzere Vertragslaufzeiten auf der Beschaffungs- genauso wie auf der Absatzseite die Planungssicherheit des Unternehmens. (Pressemeldung vom 27.02.2015)

Quelle: Salzgitter AG | Foto: Salzgitter AG
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