Wirtschaft
Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern - Investitionsklima kühlt sich ab
Mittwoch, der 11.Februar 2015
Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern - Investitionsklima kühlt sich ab

IHKs in MV: Am Jahresbeginn 2015 ist die Stimmung der Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern zweigeteilt. Auf der einen Seite bewerten die Unternehmen aufgrund guter Ergebnisse zum Jahresende 2014 ihre aktuelle Geschäftslage branchenübergreifend überwiegend gut oder befriedigend. Nur elf Prozent teilen diese Einschätzung nicht. Auf der anderen Seite fällt der Blick in die Zukunft deutlich differenzierter aus als in der Vorjahresumfrage. Während Industrie und Verkehrsgewerbe zuversichtlich bleiben, sind der Handel, das Baugewerbe und besonders die Dienstleister sehr zurück-haltend.

„Als größtes Konjunkturrisiko schätzen die Unternehmen des Landes die Arbeitskostenentwicklung im Zuge der Einführung des Mindestlohns ein. Vier von zehn Unternehmen sehen diesen Risikofaktor mit Sorge“, so Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin, welche seit 1. Februar 2015 die Geschäftsführung der IHKs in Mecklenburg-Vorpommern für einen Zeitraum von zwei Jahren ausübt.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der gleichrangig die Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage und die Prognose für die kommenden zwölf Monate berücksichtigt, verschlechtert sich gegenüber dem Vorjahr. Nach 123 Punkten erreicht er nur einen Wert von 114 Punkten. Zu diesem Ergebnis kommt die Konjunkturbefragung der IHKs in Mecklenburg-Vorpommern zum Jahresbeginn 2015, an der sich ca. 650 Unternehmen aus den Branchen Industrie, Bauwesen, Verkehr, Handel und Dienstleistungen beteiligten.

Das Verarbeitende Gewerbe vermeldet erneut gute Geschäfte und stabilisiert damit die gesamte regionale Wirtschaft. Die gesunkenen Energiepreise verringern unmittelbar die Produktionskosten der Unternehmen. Der Ausblick hingegen ist deutlich verhaltener als in der Vorumfrage. Die gestiegene Binnennachfrage in Folge des guten Konsumklimas steht der risikobelasteten Auslandsnachfrage und den sich verschlechternden wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen gegenüber.

Güter aus Mecklenburg-Vorpommern sind im Ausland weiterhin gefragt. Die erneut gestiegene Nachfrage nach deutschen Gütern im Euroraum belebt das Auslandsgeschäft, was dazu führt, dass die Exportwirtschaft auch für die Zukunft eine weitere Marktbelebung erwartet.

Die Investitionspläne der Unternehmen sind in Summe rückläufig. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen vor allem im Kontext der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns können zu einer Investitionszurückhaltung beitragen. Vorrangig konzentrieren sich die Firmen bei ihren Investitionsentscheidungen auf den Ersatz veralteter, energie- und damit kostenintensiver Technik sowie auf Rationalisierung und effektivere Prozessgestaltung. Erweiterungsvorhaben werden trotz guter finanzieller Konditionen kaum umgesetzt.

Der Arbeitsmarkt bleibt aktuell weiter robust und nahezu unbeeindruckt von der konjunkturellen Entwicklung. Die im Saldo sehr positiven Personalplanungen aus dem letzten Jahr haben sich verschlechtert. Dennoch planen mehr als acht von zehn Unternehmen, ihre Beschäftigtenzahl zu erhöhen bzw. zu halten. Unsicherheit über die Auswirkungen des Mindestlohns sorgt zudem für eine zurückhaltende Personalpolitik in den primär betroffenen Branchen. Dadurch wird sich die gute Entwicklung des Arbeitsmarktes verlangsamen. Inwiefern sich der Mindestlohn auf die
Beschäftigungschancen Geringqualifizierter in Mecklenburg-Vorpommern auswirkt, ist noch nicht messbar. Was bleibt, ist die wachsende demografische Lücke, die sich durch die hohe Anzahl an altersbedingt ausscheidenden Arbeitnehmern und der geringen Zahl an Schulabgängern ergibt. Hier wirkt die Rente mit 63 nach 45 Arbeitsjahren zusätzlich verstärkend und vergrößert die Lücke nochmals.

Infolge der Einführung des Mindestlohns und der damit verbundenen Auswirkungen auf die bestehenden Lohngefüge bei einem Teil der Unternehmen des Landes stufen die Unternehmen diesmal die „Arbeitskosten“ als größten Risikofaktor für die gewerbliche Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern ein. Die Rente mit 63 und die bürokratische Erfassung der Arbeitszeiten im Zuge der Mindestlohneinführung belasten und behindern die Unternehmen in der weiteren Entwicklung und bürden ihnen zusätzliche Kosten auf. In den Nennungen der „Wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen“ als zweitgrößtem Risikofaktor, gefolgt vom Hemmnis „Fachkräftemangel“
verfestigt sich ein Bild über die angespannte Situation der Unternehmen rund um das Personal.
Die „Inlandsnachfrage“ hat als Belastungsfaktor ihre Relevanz behalten. Deutlich geringer als in der Vorumfrage wird der Risikofaktor „Energie- und Rohstoffpreise“ bewertet. (Pressemeldung vom 10.02.2015) 

Quelle: IHK Schwerin | Foto: IHK Schwerin
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