Wirtschaft
Neues Weserkraftwerk startet Stromproduktion
Freitag, der 2.Dezember 2011
Neues Weserkraftwerk startet Stromproduktion
Bremen: Am Mittwoch, dem 30. November 2011, um 11.40 Uhr hat in Bremen das neue Weserkraftwerk den Probebetrieb aufgenommen. Bei einem Festakt am Weserwehr startete der sechsjährige Oscar aus Bremen unter den Augen von Umweltsenator Dr. Joachim Lohse, swb-Vorstand Dr. Torsten Köhne und ENERCON-Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig eine der beiden Turbinen per symbolischem Knopfdruck. Nach Abschluss einer mehrwöchigen Testphase wird die zweite Turbine noch in diesem Jahr dazu geschaltet werden. Ein entsprechendes Wasserangebot vorausgesetzt, soll das hochmoderne Wasserkraftwerk einen Jahresenergieertrag von 42 Millionen Kilowattstunden erzeugen – umweltfreundlicher Strom, genug für rund 17.000 Bremer Haushalte. Die Baukosten belaufen sich auf 56,5 Millionen Euro. 
 
"Einem finanziellen und personellen Kraftakt folgt nun eine gute Phase, denn ab jetzt fließt Geld zurück, das wir in dieses Vorzeigeprojekt investiert haben", sagte Köhne bei der Inbetriebnahme. Kettwig würdigte die Leistung der Ingenieure: "Das war eine technische Herausforderung und für ENERCON ein Meilenstein in der Entwicklung von Wasserkraftwerken." Das Weserkraftwerk ist das derzeit modernste und größte tidenabhängige Laufwasserkraftwerk Europas. Umweltsenator Lohse betonte: "Bremen kann stolz sein auf diese innovative Anlage, die erheblich zur Umstellung auf erneuerbare Energien und damit zum Klimaschutz beiträgt." 
 
Das zum größten Teil unterirdische Bauwerk führt in einem Bogen an der Nordseite um das Weserwehr herum. Der Einlaufbereich an der Mittelweser nimmt pro Sekunde bis zu 220 Kubikmeter Wasser auf. Da sich der Zulauf zu den Turbinen verengt, trifft das Wasser dort mit einer Geschwindigkeit von fast 8 Metern pro Sekunde auf die Turbinenschaufeln. ENERCON und swb, die das Kraftwerk in einem Joint Venture auch betreiben werden, gehen davon aus, dass es an 180 Tagen im Jahr mit Nennleistung laufen kann. 
 
Zwei von ENERCON entwickelte S-Rohr-Turbinen mit jeweils 4,5 Meter Durchmesser sind das innovative Herzstück des neuen Weserkraftwerks. Sie besitzen vier Turbinenschaufeln und werden vom Wasser direkt angeströmt. Schaufelstellung und Umdrehungszahl sind dabei variabel und passen sich automatisch entsprechend dem Wasserzufluss und der Fallhöhe an. 
 
Die Turbinen treiben zwei Generatoren an, die aus der ENERCON-Serien­produktion für Windenergieanlagen stammen und für den Einsatz im Weserkraftwerk modifiziert wurden. Bewährte Serienkomponenten aus der Windenergieanlagentechnik zu verwenden, war eine maßgebliche Vorgabe bei der Projektplanung. Die Generatoren leisten im Weserkraftwerk jeweils 5 Megawatt (MW), die installierte Leistung beträgt somit 10 MW. Wie bei seinen Windenergieanlagen setzt ENERCON auch beim Weserkraftwerk auf den Direktantrieb. 
 
Ein großes Augenmerk beim Bau wurde auf den Fischschutz gelegt. Da es sich bei der Turbine um einen Langsamläufer handelt – sie dreht mit durchschnittlich 60 Umdrehungen pro Minute – und die Schaufeln aufgrund ihrer Form zudem großzügige Passiermöglichkeiten bieten, verringert sich das Verletzungsrisiko eingedrungener Fische erheblich. Um zu verhindern, dass Fische überhaupt in die Turbine gelangen, befindet sich vor dem Zulauf ein Vertikalrechen mit einer Stabweite von 2,5 Zentimetern. Fische können die Anlage über angelegte Auf- und Abstiegsmöglichkeiten passieren, was Fischwanderungen erleichtert. 
 
Ob die in der frühen Projektphase vorgesehene Bürgerbeteiligung noch realisiert werden wird, ist weiterhin mehr als ungewiss. Nach wie vor stehen die wirtschaftlichen Belastungen einer vernünftigen Einbindung privaten Kapitals entgegen; nicht zuletzt wegen der gerade begonnenen rechtlichen Auseinandersetzung mit der Alt-Arge (das Ende 2009 gekündigte Vorgänger-Konsortium). 
 
Während der dreieinhalbjährigen Bauphase wurden rund 100.000 Kubikmeter Wesersand bewegt, 2.000 Tonnen Stahl und 30.000 Kubikmeter Konstruktionsbeton verbaut. 
 
Bremer können den Strom aus dem Weserkraftwerk auch kaufen. Ab sofort bietet swb den neuen "swb Strom von hier", zu einem Drittel aus Weserkraft, zu zwei Dritteln aus Müllverbrennung, in seinem Produktsortiment an. Lieferbeginn für "swb Strom von hier" ist der 1. Januar 2012. (Pressemeldung vom 30.11.2011)
Quelle: swb AG | Foto: swb AG
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