Wirtschaft
Fehmarnbelttunnel - kein übertriebener Optimismus
Dienstag, der 10.Juni 2014
Fehmarnbelttunnel - kein übertriebener Optimismus

Kopenhagen: Diskussionsbeitrag in den dänischen Medien von Magnus Heunicke, dänischer Verkehrsminister: "Die Eröffnung des zukunftsweisenden Fehmarnbelttunnels ist zwar erst für das Jahr 2021 geplant, aber schon jetzt gibt es in Deutschland und Dänemark einige Spekulationen und Sorgen. In den letzten Monaten haben mehrere Verkehrsforscher Behauptungen aufgestellt, dass das zugrunde liegende Finanzierungsmodell und die Verkehrsprognose zu optimistisch und auf einer unzureichenden Grundlage erstellt worden seien.

Deswegen möchte ich ein für alle Mal klarstellen: Es gibt keinen übertriebenen Optimismus – weder bei der Finanzierung noch bei der Verkehrsprognose. Die erwartete Verkehrsentwicklung ist das Ergebnis einer äußerst sorgfältig durchgeführten Untersuchung deutscher und dänischer Verkehrsexperten, die bei den Berechnungen des langfristigen Verkehrsanstiegs sogar vergleichsweise konservative Annahmen getroffen haben.

Fortsetzung des Fährverkehrs?
Der Fehmarnbelttunnel bietet eine schnelle und effiziente Verbindung zwischen Deutschland und Ost-Dänemark. Die neue Querung ist sicherlich für viele interessant, was aber nicht ausschließt, dass manch anderer die traditionelle Überfahrt mit der Fähre zwischen Puttgarden und Rødby bevorzugt. Daher wurde bei der Ausarbeitung der deutsch-dänischen Verkehrsprognose auch ein Szenario untersucht, bei dem der Fährverkehr fortgesetzt würde. Das Ergebnis: Bei einer Aufrechterhaltung des Fährverkehrs würden durchschnittlich 560 Pkw, 3 Busse und 120 Lkw pro Tag die Fähre nutzen. Das entspricht etwa acht Prozent des gesamten Pkw-Aufkommens und etwa 13 Prozent des Lkw-Aufkommens am Fehmarnbelt.

Ich finde, dass jeder selbst entscheiden soll, ob er beim Überqueren des Fehmarnbelts in Zukunft lieber einen Kaffee auf der Fähre trinken oder etwa eine Stunde Fahrzeit sparen möchte. Die Verkehrsprognosen zeigen jedenfalls, dass die Mehrzahl der Reisenden eine feste Querung und die damit verbundene größere Flexibilität vorziehen. Die Reisenden sind nicht an die festen Fährabfahrtszeiten gebunden und der Absenktunnel ist das ganze Jahr über rund um die Uhr geöffnet, ungeachtet der Wind- und Witterungsverhältnisse.

Finanzierung durch die Nutzer
Es gab auch Bedenken, dass die Kosten für den Fehmarnbelttunnel am dänischen Staat und damit am dänischen Steuerzahler hängenbleiben würden. Doch solche Sorgen sind unbegründet. Die Kosten für die feste Querung tragen die Nutzer und die EU. Gemäß der Wirtschaftlichkeitsanalyse von Femern A/S vom August 2011 werden sowohl die Querung selbst als auch der Ausbau der dänischen Landanbindung innerhalb von 39 Jahren durch die Nutzergebühren abbezahlt sein. Die Wirtschaftlichkeitsanalyse basiert wiederum auf verhältnismäßig konservativen Annahmen hinsichtlich des Verkehrsanstiegs, der Realzinsentwicklung und der EU-Zuschüsse.

Es hat mittlerweile Tradition, großen Infrastrukturprojekten mit Kritik zu begegnen. Das war damals beim Bau der Querungen über den Großen Belt und den Öresund genauso. Daher ist es nur natürlich, dass viele Menschen in nächster Zeit auch den Fehmarnbelttunnel hinterfragen werden. Genauso fest wie der Tunnelbeton ist jedoch auch meine Überzeugung als Verkehrsminister: Die Feste Fehmarnbeltquerung ist eine wichtige Investition in eine bessere Zukunft Dänemarks. Der Tunnel verbindet nicht nur Deutschland und Dänemark, sondern stärkt gleichzeitig auch das dänische Wachstum.

Als Verkehrsminister freue ich mich auf diese Entwicklung." (Pressemeldung vom 10.06.2014)

Quelle: Femern A/S | Foto: Femern A/S
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