Wirtschaft
Belford Roxo: Bayer-Fußballprojekt holt Jugendliche aus dem Abseits - Schule fürs Leben
Samstag, der 7.Juni 2014
Belford Roxo: Bayer-Fußballprojekt holt Jugendliche aus dem Abseits - Schule fürs Leben

Leverkusen | Rio de Janeiro: Zuckerhut, Christusstatue, Traumstrände, die Paraden der Sambaschulen - wer an die Millionenmetropole an Brasiliens Ostküste denkt, hat solche Bilder sofort vor Augen. Weniger bekannt ist Belford Roxo, etwa 30 Kilometer vom Zentrum Rios entfernt. Hier gehören auch Favelas, also Armenviertel, zum Bild. Doch die Stadt mit einer halben Million Einwohnern ist auch der größte Produktionsstandort von Bayer in Lateinamerika. Die Armenviertel und das Werk liegen nah beieinander.

Das Unternehmen hat schon viel unternommen, um seine Nachbargemeinden zu unterstützen. Aufklärungsinitiativen in Sachen Gesundheit etwa oder Hilfsprogramme für eine bessere Ernährung. Etwas ganz Besonderes ist eine Einrichtung, die Jugendliche aus dem Abseits holt und ihnen Perspektiven gibt: die Bayer-Fußballschule.

"Mein Leben hat sich grundlegend geändert"
Gerson Marlon de Souza Ferreira ist ein typischer Fall. Er verbrachte seine Kindheit mit seinen Eltern, seinen drei Geschwistern und seiner Oma in den Armenvierteln von Belford Roxo - ohne große Zukunftsaussichten. Bis der heute 23-Jährige in die Fußballschule kam: "Mit der Aufnahme hat sich mein Leben grundlegend geändert. Seitdem habe ich eine Zukunft. Bayer ist meine zweite Familie geworden, ich habe dem Unternehmen unendlich viel zu verdanken."

So wie Gerson durchlaufen derzeit etwa 250 Kinder und Jugendliche pro Jahr das Programm. Seit Gründung der Schule vor mehr als 20 Jahren waren es einige Tausend, denen über den Fußball der Wert von Bildung vermittelt werden konnte. "Ich wollte Fußballprofi werden. Aber das habe ich letztlich nicht weiter verfolgt. Stattdessen habe ich meinen Abschluss als Sportlehrer gemacht und unterrichte an der Schule jetzt den Basis-Kurs", berichtet Leandro, früherer Absolvent der Fußballschule und heute Coach. Einer seiner Schüler ist Guilherme Pinheiro Santos. Er bringt auf den Punkt, was er von seinem Coach gelernt hat: "Fußball ist mein Plan B. Meine Nummer eins ist Bildung."

Über Fußball zu Bildung
Ob arm oder reich - die meisten Brasilianer verbindet die Leidenschaft für Fußball. Diese Begeisterung als eine Art Katalysator zu nutzen, das war von Anfang an die Idee der Kicker-Schule. Seit 1993 lockt sie Jugendliche mit Fußball. Bleiben und weiter mitmachen darf aber nur, wer im Rahmen des Programms regelmäßig auch die allgemeinen Schulstunden besucht.

Nicht schludern, nicht blau machen, sondern lernen: Die Region Baixada Fluminense hat zwar schon viele Fußballstars hervorgebracht. Und speziell aus der Bayer-Schule haben auch etliche Spieler den Sprung in den Profifußball geschafft: zum Beispiel Robson da Silva dos Prazeras (Yverdon Sport FC in der Schweiz), Hermes Junior und Leo Guerra (beide in Portugal), viele in Asien wie Digao (Saudi Arabien) und noch mehr in brasilianische Profi-Clubs. Das Hauptziel der Bayer-Schule ist aber, die Jugendlichen fürs Leben stark zu machen. Programmexperte Arturo Rodriguez: "Wir bereiten unsere Schüler nicht vorrangig darauf vor, im Fußball erfolgreich zu sein. Dies ist in Brasilien aufgrund der riesigen Konkurrenz auch ein sehr schwerer Weg. Unser Hauptziel ist, unsere Jungs sehr früh im Leben zu lehren, wie man Schwierigkeiten überwindet und Frustrationen wegsteckt, die einem immer wieder begegnen."

Ansehen in der Gemeinde
Der Wert dieses Konzeptes wird in den Gemeinden anerkannt. Die Fußballschule - und damit das Unternehmen Bayer - genießt in der Region hohes Ansehen. "Für uns ist es extrem wichtig, diese Einrichtung hier zu haben", sagt Flávio Abreu, Werksleiter in Belford Roxo. "Sie zeigt den Unterschied, den wir für die Gemeinschaft ausmachen."

Bayer ist aber beim Thema Fußball in Brasilien nicht nur mit der Einrichtung in Belford Roxo präsent. Sondern auch mit zahlreichen Materialien, die bei der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft ins Spiel kommen: Da ist der offizielle Spielball "Brazuca" von adidas, hergestellt mit Bayer-Know-how; da sind Stadien wie das in Brasilia, deren riesige Dächer zu großen Teilen aus dem kristallklaren Hochleistungskunststoff Polycarbonat bestehen. Bayer-Werkstoffe stecken außerdem in Fußballschuhen und Funktionsshirts, die die Muskulatur der Sportler unterstützen; hinzukommen Noppenleitsysteme für sehbehinderte Menschen, die auf Wegen und Plätzen zum Einsatz kommen.

Wie der "Brazuca" angefertigt wird, was ihn zum perfekten WM-Ball macht - davon konnte sich Guilherme Pinheiro Santos (17), der aktuell in der Fußballschule spielt und lernt, im April bei Bayer in Leverkusen persönlich einen Eindruck verschaffen. Auf Einladung des Unternehmens machte er Station in Forschung, Produktion und Marketing. Und bei den Profis von Bayer 04 Leverkusen erlebte er den "Brazuca" im Praxistest. Selbstredend, dass der junge Mann auch nagelneue Exemplare des WM-Balls mit zurück nach Brasilien nehmen durfte - mit besten Grüßen aus Leverkusen. (Pressemeldung vom 07.06.2014) 

Quelle: Bayer AG | Foto: Bayer
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