Wirtschaft
Airbus, Dassault Aviation und Alenia Aermacchi präsentieren gemeinsame Strategie für Europäische Drohnenentwicklung
Montag, der 19.Mai 2014

Berlin | Paris | Rom: Europas Industrie ist bereit für die Entwicklung eines europäischen unbemannten Flugsystems (UAS) der nächsten Generation. Nach dem Aufruf zu Entwicklung einer europäischen Drohne auf der Pariser Luftfahrtausstellung im letzten Jahr, haben sich die drei führenden europäischen Luftfahrtunternehmen jetzt über weitere Einzelheiten ihres gemeinsamen Vorgehens geeinigt.

Airbus Defence and Space, Dassault Aviation und Alenia Aermacchi, ein Unternehmen von Finmeccanica, haben den Verteidigungsministerien Frankreichs, Deutschlands und Italiens ein Angebot zur Formulierung eines europäischen Drohnenprogramms für mittlere Flughöhe und lange Flugdauer (MALE) vorgelegt. Das Angebot umfasst eine Definitionsphase, die von gemeinsamen Entwicklungsteams von Airbus Defence and Space, Dassault Aviation und Alenia Aermacchi vorbereitet worden ist. Zuvor hatten sich die Unternehmen bereits auf die Arbeitsteilung innerhalb des Industriekonsortiums und auf eine Kooperationsvereinbarung für das künftige MALE2020- Programm geeinigt. Im Rahmen der Definitionsphase sollen die drei Länder zusammen mit den Streitkräften und der europäischen Industrie ihre Anforderungen an ein europäisches Drohnenentwicklungsprogramm formulieren und koordinieren. Die Definitionsphase dient außerdem dazu, kostspielige Zusatzentwicklungen während der späteren Produktionsphase zu vermeiden und Entwicklungs-und Finanzrisiken auf ein Minimum zu begrenzen. Nach dem Abschluss dieser Definitionsphase muss dann die endgültige Entscheidung der beteiligten Länder zur weiteren Entwicklung des europäischen Drohnensystems erfolgen. Nach derzeitiger Planung des Industriekonsortiums könnte eine kostengünstige und zulassungsfähige Drohne bereits im Jahr 2020 zur Verfügung stehen.

Bernhard Gerwert, CEO von Airbus Defence and Space sagte: „Wir haben heute einen wichtigen Meileinstein für die Entwicklung einer europäischen MALE-Drohne erreicht. Bei unseren Streitkräften besteht ein eindeutiger Bedarf. Wir wollen unsere intensiven Gespräche mit den Verteidigungsministerien fortzusetzen und sind zuversichtlich, in Kürze den nächsten Schritt zu tun.“

Eric Trappier, CEO von Dassault Aviation, kommentierte: „Wir haben die einmalige Chance, diese strategisch wichtige Technologie für Europa zu entwickeln. Zum ersten Mal beginnt die Branche ein Projekt auf der Grundlage einer umfassenden Vereinbarung über die allgemeine Arbeitsteilung im Rahmen des MALE2020-Programms. Der Vorschlag für die Definitionsphase wurde zusammen mit den gemeinsamen Konstruktionsteams erarbeitet und demonstriert das entschlossene Engagement unserer Branche für dieses Programm.“

Giuseppe Giordo, CEO von Alenia Aermacchi, sagte: „Wir sehen in der Entwicklung dieser modernen eigenständigen europäischen ISTAR-Fähigkeit eine klare Chance für die Streitkräfte, sich für die Herausforderungen der Zukunft zu rüsten. Es ist jetzt an der Zeit, die Technologie voranzutreiben und Europas militärische Fähigkeit durch den Aufbau eines militärischen Flugsystems der nächsten Generation zu sichern und außerdem die vorhandene Technologiekompetenz unserer Branche zu wahren.“

Zahlreiche europäische Länder haben derzeit Bedarf an unbemannten Flugsystemen. Auf dem europäischen Verteidigungsgipfel im Dezember 2013 wurde ebenfalls der dringende Notwendigkeit eines europäischen Drohnensystem deutlich. Der Europäische Rat bezeichnet in seiner Abschlusserklärung die Entwicklung einer MALE-Drohne als Schlüsselfähigkeit für Europas Verteidigung.

Angesichts der zunehmenden Abhängigkeit Europas von nichteuropäischer Verteidigungstechnik im UAV Bereich hatten Europas größte militärische Luftfahrtunternehmen im Juni 2013 einen gemeinsamen Aufruf für die Erhaltung von Schlüsselkompetenzen in der militärischen Luftfahrt und zur Wahrung der Souveränität Europas formuliert.

Um dieses Ziel zu erreichen ist eine rechtzeitige Entscheidung für eine europäische Drohne unumgänglich.

Europas größte Militärflugzeughersteller setzen so ihre gemeinsamen Anstrengungen für ein MALE-Drohnenprogramm entsprechend des im Rahmen der Pariser Luftfahrtmesse 2013 vorgestellten Vorschlags fort. Die drei Partner sind von ihrem Konzept überzeugt und bereit, mit der Umsetzung zu beginnen.

Das MALE 2020-Projekt sieht die Entwicklung eines unbemannten europäischen Flugsystems für Langstreckenmissionen in mittlerer Flughöhe (Medium Altitude Long Endurance – MALE) vor. Das Projekt bietet nicht nur die passende Lösung für die Bedürfnisse der europäischen Streitkräfte, sondern berücksichtigt auch die schwierige öffentliche Haushaltslage durch eine Bündelung der Forschungs- und Entwicklungsausgaben. Da es sich bei dem Programm um eine eigenständige europäische Entwicklung handelt, werden kritische Anforderungen im Zusammenhang mit der Zertifizierung der Drohnen von Anfang an im Programm berücksichtigt. MALE 2020 ist darauf ausgelegt, die Entwicklung von Hochtechnologien zu fördern und zur Erhaltung von Kernkompetenzen und Arbeitsplätzen in Europa beizutragen.

Airbus Defence and Space ist eine Division des Airbus-Konzerns, die aus der Zusammenlegung der Geschäftsaktivitäten von Cassidian, Astrium und Airbus Military entstanden ist. Die neue Division ist das führende Verteidigungs- und Raumfahrtunternehmen Europas, das zweitgrößte Raumfahrtunternehmen der Welt und unter den zehn größten Verteidigungsunternehmen weltweit. Sie erzielt mit etwa 40.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 14 Mrd. €.

Dassault Aviation hat in den vergangenen 60 Jahren über 8.000 Militär- und Zivilflugzeuge an 83 Länder geliefert, die insgesamt rund 28 Millionen Flugstunden absolviert haben. Das Unternehmen verfügt über weltweit anerkannte Kompetenz in Konstruktion, Entwicklung, Verkauf und Betreuung aller Arten von Flugzeugen, einschließlich des Kampfjets Rafale, militärischer Drohnen und der Falcon-Serie im Bereich der High-End-Businessjets. Dassault Aviation konnte 2013 einen Umsatz in Höhe von 4,59 Milliarden Euro verzeichnen und beschäftigt insgesamt knapp 11.600 Mitarbeiter.

Alenia Aermacchi, ein Unternehmen von Finmeccanica, spielt in der weltweiten kommerziellen und militärischen Luftfahrtindustrie eine wichtige Rolle und beschäftigt insgesamt rund 11.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist in verschiedenen Bereichen tätig, darunter Konzeption, Entwicklung, Fertigung und integrierte Unterstützung von Zivil- und Militärflugzeugen, Schulungsflugzeugen, unbemannten Systemen sowie Flugzeugstrukturen. Im Jahr 2013 setzte Alenia Aeromacchi 3,34 Milliarden Euro um, erzielte Neuaufträge im Wert von 3,98 Milliarden Euro und konnte auf einen Auftragsbestand von 9,0 Milliarden Euro. (Pressemeldung vom 20.05.2014)

Quelle: Airbus Group | Foto: Airbus Group
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