Wirtschaft
Weitere Erdölreserven in Norddeutschland vermutet
Freitag, der 4.November 2011
Weitere Erdölreserven in Norddeutschland vermutet
Hamburg: RWE Dea vermutet im Umfeld des größten deutschen Ölfeldes Mittelplate sowie an der niedersächsischen Küste vor Cuxhaven weitere Erdölvorkommen. Zu deren Untersuchung plant RWE Dea als Betriebsführer zweier Konsortien an insgesamt vier Bohrpunkten im schleswig-holsteinischen und niedersächsischen Wattenmeer Erkundungsbohrungen. Partner der RWE Dea sind bei diesem Projekt die Unternehmen Wintershall sowie Gas de France Suez*. Mit Hilfe der Bohrungen sollen vermutete Reserven von insgesamt rund 23 Millionen Kubikmetern Erdöl nachgewiesen und Erkenntnisse für eine potenzielle spätere Förderung gewonnen werden. Die Einreichung der detaillierten Antragsunterlagen ist in Kürze in beiden Bundesländern vorgesehen.
 
Zeitlich begrenzte Erkundungsarbeiten im Watt – dort jedoch keine weitere Fördereinrichtung 
Die Erkundungsbohrungen werden in einem begrenzten Zeitraum auf höchstem Sicherheitsniveau vertikal niedergebracht. Mit den Landesregierungen von Niedersachsen und Schleswig-Holstein wurde vereinbart, dass eine potenzielle spätere Ölförderung nur von außerhalb des Nationalparks oder von der bestehenden Bohr- und Förderinsel Mittelplate (Schleswig-Holstein) aus erfolgen wird.
 
Planung unter besonderer Berücksichtigung der ökologischen Umgebung 
Bereits im Rahmen des Anerkennungsverfahrens des Wattenmeeres zum Weltnaturerbe wurden für die Erkundungsbohrungen drei temporäre Enklaven abgestimmt und vom Weltnaturerbe ausgenommen. Die Reihenfolge und die Zeitfenster der Erkundungsbohrungen wurde nach ökologischen Gesichtspunkten festgelegt, um die Beeinträchtigungen und Störungen im Watt zu minimieren. Nach Abschluss der Arbeiten können Enklaven-Flächen nachträglich dem Weltnaturerbe hinzugefügt werden.
 
Kurzer Aufenthalt im Wattenmeer und sichere Durchführung der Arbeiten 
Die Erkundungsbohrungen dienen nicht dazu Öl zu gewinnen, sondern sollen ausschließlich klären, wie die Gesteinsschichten im Untergrund genau verlaufen und ob Öl vorhanden und gewinnbar ist. Die Arbeiten sollen mit einer vergleichsweise kleinen Bohranlage durchgeführt werden, die fest mit dem Ponton-Unterbau verbunden ist. Die Einrichtung liegt sturmsicher verankert auf dem Wattboden auf und wird nach Abschluss der jeweiligen Einzelbohrung zum nächsten Bohrpunkt geschleppt. Nach dem zeitlich begrenzten Aufenthalt an den einzelnen Bohrlokationen werden die Bohrungen sicher verfüllt und das gesamte Equipment wieder aus dem Watt entfernt. Drei der vier geplanten Bohrpunkte liegen im schleswig-holsteinischen Wattenmeer in der vom zuständigen Bergamt erteilten Aufsuchungserlaubnis Heide / Teilgebiet Büsum. Der vierte Bohrpunkt im niedersächsischen Wattenmeer liegt in der Aufsuchungserlaubnis Cuxhaven, etwa zwölf Kilometer vor der niedersächsischen Küste. Der Beginn der Arbeiten hängt vom Verlauf des Genehmigungsverfahrens ab.
 
Keine weitere Fördereinrichtung im Watt 
Für den Fall, dass Öl gefunden wird, hat sich die RWE Dea als Betriebsführer bereits jetzt verpflichtet, dieses mit weit abgelenkten Bohrungen von außerhalb des Nationalparks oder von der bestehenden Bohr- und Förderinsel Mittelplate zu fördern. Dies hat zur Folge, dass es definitiv keine weitere Fördereinrichtung im Wattenmeer geben wird. Alle Arbeiten sind so ausgelegt, dass die Auswirkungen auf das Wattenmeer so gering wie möglich gehalten werden. Es gilt das Null-Einleitungsprinzip: Sowohl von der Bohr- als auch von der Wohneinrichtung für das Bohrpersonal gelangen keine Stoffe ins Wattenmeer. Selbst Spritz- und Regenwasser werden aufgefangen und an Land entsorgt.
 
Umfassendes Genehmigungsverfahren 
Dem Beginn der Erkundungsbohrungen geht ein umfassendes Genehmigungsverfahren voraus. Dazu steht das Unternehmen in regelmäßigem fachlichen Dialog mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sowie den jeweiligen Nationalparkverwaltungen. Für die Antragsunterlagen wurden relevante umweltfachliche Begleitstudien sowie technische Expertisen und Gutachten externer Institute erstellt. Nach Abschluss dieses Prozesses wurden sämtliche Unterlagen zur Beantragung der Ausnahmegenehmigungen sowie die Rahmenbetriebspläne vervollständigt, die nun zeitnah eingereicht werden. In beiden Bundesländern laufen die Verfahren für die Probebohrungen unabhängig voneinander. 
 
Offener Dialog 
„Wir wissen um das sensible Umfeld und die damit verbundene Verantwortung. Aus diesem Grund möchten wir einen offenen Dialog mit allen beteiligten Verbänden, Naturschutzorganisationen und natürlich den Bürgern der Region führen. Ziele und Stand der Vorbereitungen werden wir detailliert erläutern und so deutlich machen, dass die Arbeiten sorgfältig geplant und sicher durchgeführt werden“, so RWE Dea-Vorstandsmitglied Ralf to Baben. Die Belange des Naturraumes Wattenmeer werden bei allen Aktivitäten berücksichtigt. „Bei wirtschaftlichen Fündigkeiten werden wir Vorkommen daher ausschließlich von außerhalb des Nationalparks oder von der bestehenden Bohr- und Förderinsel Mittelplate aus erschließen“, erklärt to Baben.
 
Erdöl im Alltag unerlässlich 
Mit dem vermuteten Förderpotenzial würde ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung der deutschen Energieversorgung geleistet. „Durch die Erschließung neuer Ölreserven vermindern wir nicht nur die Importabhängigkeit Deutschlands, sondern sichern und schaffen neue Arbeitsplätze in den Regionen“, so to Baben. Trotz der Energiewende in Deutschland ist auf das Produkt Erdöl auch in Zukunft nicht zu verzichten. So ist Erdöl nicht nur die Basis von Benzin, Flugturbinentreibstoff und Heizöl, sondern auch wichtiges Ausgangsprodukt für Kunststoffe und für eine Vielzahl von Alltagsgegenständen. 
 
*Partner für das Erlaubnisgebiet Heide / Büsum: Wintershall 50%, Partner für das Erlaubnisgebiet Cuxhaven: Wintershall 25%, GdF Suez 25% (Pressemeldung vom 03.11.2011)
Quelle: RWE Dea AG | RWE Dea | Foto: RWE Dea
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