Wirtschaft
TenneT: Marktorientierte Weiterentwicklung des Strommarktdesigns statt Kapazitätsmechanismen
Sonntag, der 26.Januar 2014
TenneT: Marktorientierte Weiterentwicklung des Strommarktdesigns statt Kapazitätsmechanismen

Bayreuth: „Als Übertragungsnetzbetreiber ist es für uns von zentraler Bedeutung, dass die Versorgung mit Strom auch in Zukunft zu jeder Minute und in ausreichendem Maß sichergestellt werden kann und die Systemstabilität gewährleistet ist. Diese Grundanforderungen müssen bei der notwendigen Weiterentwicklung des aktuellen Strommarktdesigns berücksichtigt werden“, sagte heute in Bayreuth Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung von TenneT. Er sprach sich dabei für marktorientierte Lösungen aus: „Marktorientierte Lösungen sind kosteneffizient und reizen Investitionen und Innovationen an. Damit sind sie aus unserer Sicht Kapazitätsmechanismen vorzuziehen.“ Der Energy-Only-Markt sei grundsätzlich in der Lage, Versorgungssicherheit zu gewährleisten, das heißt, genügend Kraftwerkskapazität vorzuhalten und die Stromnachfrage zu jeder Viertelstunde zu decken. Aus Sicht von TenneT sollte der Energy Only-Markt daher auch in Zukunft das zentrale Marktinstrument bleiben, das den kurzfristigen, kosteneffizienten Einsatz von erneuerbaren wie konventionellen Erzeugungsanlagen und Speichern steuert. Daher sei die Festlegung im Koalitionsvertrag, sich erst mittelfristig mit Kapazitätsmärkten zu befassen, richtig. „So ist es möglich, zuerst alle vorhandenen Möglichkeiten auszuloten, um den Markt zu stärken, bevor andere irreversible Maßnahmen wie etwa Kapazitätsmechanismen zum Zuge kommen“, so Hartman weiter. „Ich wünsche mir von der Bundesregierung die richtigen Weichenstellungen, damit der Strommarkt ausreichend gerüstet ist, um den Erfordernissen der kommenden Jahre an eine ökologische, sichere und möglichst kostengünstige Versorgung mit Strom gerecht zu werden.“

Wie diese Weichenstellungen aussehen können, hat das unabhängige Beratungsunternehmen E-Bridge in einer Studie im Auftrag von TenneT untersucht. Zentral ist hier, dass tatsächlich jeder Marktteilnehmer einen Teil der Verantwortung für die Versorgungssicherheit übernimmt. Dazu muss das EEG grundlegend reformiert und zu einem System weiterentwickelt werden, in dem die Erneuerbare Energien-Anlagen schrittweise alle marktlichen Risiken übernehmen, Systemdienstleistungen bereitstellen und allen anderen Marktakteuren gleichgestellt werden. Außerdem muss der Regelenergiemarkt zu einem smarten System weiterentwickelt werden, in dem Marktteilnehmer angereizt werden, sich systemdienlich zu verhalten und in dem Bilanzabweichungen sofort pönalisiert werden. Darüber hinaus müssen kurzfristige Preisspitzen am Großhandelsmarkt akzeptiert werden, damit Marktakteure für ihre systemstabilisierende Wirkung ausreichend entlohnt werden. Bis der Markt sich eingependelt hat, kann ein temporäres „Fangnetz“-Modell die Stromversorgung absichern. Das Fangnetz besteht aus Reservekapazitäten, die von der Regulierungsbehörde festgelegt werden können. Sie werden nur eingesetzt, wenn alle anderen Maßnahmen zur Stabilisierung des Netzes nicht funktionieren. Diese FangnetzKapazitäten dürfen nicht am Markt teilnehmen. Die Kosten für die Inanspruchnahme der FangnetzKapazitäten sollen nur diejenigen Stromhändler und Stromlieferanten tragen, die sie in Anspruch nehmen und nicht der Endverbraucher. Dadurch entsteht der Anreiz, das Fangnetz möglichst nicht zu verwenden und die Möglichkeiten des Energy-Only-Marktes optimal auszunutzen. Wird die Fangnetzreserve nicht in Anspruch genommen, werden die Kosten für die Vorhaltung der Leistung auf alle Marktteilnehmer umgelegt. (Pressemeldung vom 23.01.2014)

Quelle: TenneT TSO GmbH | Foto: TenneT
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