Wirtschaft
Landesenergierat MV: Vorschlag für Energiekonzept für Mecklenburg-Vorpommern
Dienstag, der 13.August 2013
Landesenergierat MV: Vorschlag  für Energiekonzept für Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin: Am 12.08.2013 übergaben der stellvertretende Vorsitzende des Landesenergierates Michael Thomalla sowie die Vorsitzenden der fünf Arbeitsgruppen (AG) Energieminister Volker Schlotmann den "Vorschlag für ein Landesenergiekonzept" des Landesenergierates.

"Es ist kein abschließendes Papier, das die Energiewende im Detail auf Jahrzehnte plant. Vielmehr ist es eine Bestandsaufnahme mit daraus abgeleiteten Zielvorgaben und Handlungsempfehlungen. Unser Vorschlag ist eine Grundlage für die weitere Arbeit der Landesregierung", betonte Michael Thomalla.

Der Energieminister bedankte sich bei allen Beteiligten für ihr Engagement. Etwa 200 Personen haben rund zehn Monate kontinuierlich in der Arbeitsgruppe an dem Vorschlag gearbeitet. Schlotmann: "Trotz Unkenrufen hat der eingeschlagene und deutschlandweit einmalige Weg zum Ziel geführt. Wir werden zum Jahresende dem Landtag das Energiekonzept des Landes vorlegen. Das bedeutet aber nicht, dass das dann in Stein gemeißelt ist. Wir haben einen Prozess begonnen, der stetig nachgesteuert werden muss."

Der Minister weiter: "Parallel zur Arbeit am Konzept haben wir vieles schon auf den Weg gebracht, was die Energiewende unterstützt."

Als Beispiele nannte Schlotmann die neue Richtlinie für die Ausweisung von Windeignungsgebieten an Land, die Fortschreibung des Landesraumentwicklungsprogramms als Grundlage für den weiteren Ausbau offshore, die Bearbeitung von Planfeststellungsverfahren für den Ausbau von Stromleitungen, die Netzstudie II sowie die Richtlinie, die den Fuhrpark der Landesregierung auf CO2-arme Fahrzeuge umstellen wird.

Darüber hinaus wurden über die Klimaschutzrichtlinie seit Oktober 2011 81 Zuwendungsbescheide erlassen. Schlotmann: "Insgesamt wurde ein Zuschussbetrag in Höhe von 9.121.808 Euro bewilligt. Damit wurden Gesamtinvestitionen in Höhe von 36.260.419 Euro ausgelöst." Zudem wurde im April 2013 die Klimaschutz-Darlehensrichtlinie veröffentlicht. Hier sind bislang sechs Anträge mit einem Darlehensvolumen in Höhe von 8,5 Millionen Euro beim Landesförderinstitut eingegangen und in Bearbeitung.

Für die AG Bürgerbeteiligung zentral sei die Einrichtung einer Energie- und Klimaschutzagentur, die sich mit Fragen rund um die Beteiligung einschließlich der wirtschaftlichen Teilhabe systematisch beschäftigen soll, erklärte der Vorsitzende Carlo Schmidt. Schmidt: "Neben einer besseren Information wollen wir auch die Pflicht, Beteiligung anzubieten: Betroffenen Kommunen und Anwohnern sollte eine direkte wirtschaftliche Beteiligung von mindestens 25 Prozent an Windkraftanlagen und großen Solaranlagen angeboten werden."

Der Vorsitzende der AG Energiemix, Andree Iffländer, stellte bei der Vorstellung der Ergebnisse seiner AG heraus, dass beim Umbau des Energiemixes die Versorgungssicherheit oberste Priorität hat. "Soweit erforderlich sind deshalb back-up-Kapazitäten zu schaffen bzw. zu erhalten. Daher ist auch der Standort Lubmin weiterhin zentral", so Iffländer.

Des Weiteren habe auf Grund der Topografie des Landes Windkraft eine dominante Stellung im Energiemix. "Es wird aber keine Priorisierung einer bestimmten erneuerbaren Energie zur Stromerzeugung vorgenommen", so Iffländer. Im Bereich Solarenergie schlägt die Arbeitsgruppe vor, das Landesdenkmalschutzgesetz in Bezug auf die Nutzung von entsprechenden Anlagen zu überarbeiten. Zudem sollten Dach- und Fassadenflächen sowie Kiesgruben prioritär für Photovoltaik-Anlagen verwendet werden.

Der Vorsitzende der AG Energieeffizienz, Joachim Brenncke, resümierte, dass Energieeinsparung und Energieeffizienz die wichtigsten Instrumente zur Umsetzung der Energiewende darstellen und Maßnahmen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz unter wirtschaftlichen, technologischen, finanziellen und ökologischen und baukulturellen Gesichtspunkten bewertet werden müssen.

Des Weiteren müssen die Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Einspar- und Effizienzmaßnahmen durch ordnungsrechtliche Instrumente und finanzielle Anreize flankiert werden. Wichtige Schlüssel zur Umsetzung von Maßnahmen zur Energieeinsparung seien Information, Kommunikation, Bildung und Beratung. Und schließlich stellt die AG fest, dass Energieeinsparung und Energieeffizienz messbar gemacht werden müssen.

Thomas Pätzold von der AG Netze machte darauf aufmerksam, dass ohne zügigen Netzausbau die Energiewende nicht gelingen kann. Alleine aus Kostengründen müsse der Ausbau jedoch auf das notwendige Maß beschränkt werden. Pätzold: "Der Ausbau kann reduziert werden, wenn man flankierende Maßnahmen ergreift, wie bei der EEG-Einspeisung Leistungsspitzen zu kappen und vorrangig vorhandene Trassen – insbesondere auch Bahntrassen – zu nutzen." Darüber hinaus schlägt die AG einen netzorientierten Speichereinsatz vor. Mittelfristig müssen konventionelle Regelkraftwerke zur Stabilisierung des Netzes verfügbar sein.

Prof. Dr. Michael Nelles, Leiter der AG Forschung, Entwicklung und Lehre, benannte die Speichertechnologie als zentrales Thema. "Klar ist, dass wir bereits viele gute Ansätze im Land bei Speichertechnologien haben. Teilweise Grundlagenforschung, teilweise angewandte Forschung. Unseres Erachtens müssen die Netzwerke gepflegt und ausgebaut werden", so Prof. Nelles. Benötigt werden ein Forschungsverbund sowie ein standortübergreifender Ausbau des Ausbildungsangebots im Bereich Speichertechnologien. "Wir bieten die Voraussetzungen, um vom Prototypen zur Serienproduktion zu kommen", so Prof. Nelles abschließend. (Pressemeldung vom 2.08.2013)

Quelle: EM MV Nr. 130/ 2013 | Foto: MV, Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung,RSAG,NVS
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