Wirtschaft
Untersuchung Schiffsverkäufe: Alarmierender Anstieg der Schiffsverkäufe im 1. Halbjahr
Freitag, der 9.August 2013
Untersuchung Schiffsverkäufe: Alarmierender Anstieg der Schiffsverkäufe im 1. Halbjahr

Hamburg: Die angespannte Situation der Schiffsfondsbranche setzt sich fort. Ein Beleg dafür sind die drastisch angestiegenen Zahlen der Schiffsverkäufe, die die Deutsche FondsResearch für das erste Halbjahr 2013 erhoben hat. Bereits 100 Schiffe wurden demnach im Zeitraum Januar bis Juni dieses Jahres verkauft. Der Blick auf die Zahl der verkauften Schiffe im Vorjahr macht die Dimension des Anstiegs deutlich: 86 Schiffe wurden im gesamten Jahr 2012 verkauft.

Neues Hoch bei der Zahl der Schiffsverkäufe
Bereits Anfang 2013 hat die Deutsche FondsResearch die Schiffsverkaufszahlen des vergangen Jahres analysiert und mit 41 verkauften Schiffen im vierten Quartal 2012 einen deutlichen Anstieg zu den Vorquartalen festgestellt. Dieser Trend setzt sich auch in diesem Jahr fort. So lag die Zahl der verkauften Schiffe im ersten Quartal 2013 bei 43 Schiffen und stieg im zweiten nochmals um 57 auf nunmehr 100 Schiffsverkäufe für das erste Halbjahr 2013 an. Allein im Monat Mai wurden 29 Schiffe mit einem Kommanditkapital von 397 Mio. Euro veräußert. Das sind in einem Monat mehr Verkäufe als im gesamten ersten Halbjahr des vergangenen Jahres.

Deutsche Fondsschiffsflotte deutlich verkleinert
Wie wird es sich auf die Schiffsfondsbranche auswirken, wenn sich dieser Trend fortsetzt? Sind in ein paar Jahren fast alle Fondsschiffe verkauft? Fakt ist: „Seit Beginn der Krise wurden bereits 266 Schiffe mit einem Kommanditkapital von 3,7 Mrd. Euro verkauft“, erläutert Nils Lorentzen, Geschäftsführer der Deutschen FondsResearch. „Geht man von etwa 3.000 deutschen Fondsschiffen aus, sind das immerhin fast zehn Prozent“, resümiert Lorentzen. „Ein Ende ist derzeit noch nicht abzusehen. Wir erwarten für die nächsten beide Quartale weitere Schiffsverkäufe.“ Da die meisten Schiffe ins Ausland veräußert werden, sinkt mit den Schiffsverkäufen auch die Anzahl der Schiffe, die unter deutscher Flagge fahren.


Mehrzahl der Schiffe aufgrund wirtschaftlicher Schieflage veräußert
Den größten Anteil der verkauften Schiffe bilden Containerschiffe der unterschiedlichen Größenklassen. Sie hat die Schiffskrise mit sinkenden Charterraten und anhaltender Überkapazität am härtesten getroffen: Hohe Insolvenzzahlen und zahlreiche Veräußerungen waren die Folge. In drei Viertel der Fälle – unabhängig vom Schiffstyp – befanden sich die verkauften Schiffe in einer wirtschaftlichen Schieflage. Das heißt, sie waren entweder insolvent, in Sanierung oder als sanierungsgefährdet eingestuft. In einer solchen Situation ist der Verkauf des Schiffes oftmals die einzige Lösung für den Fonds, um mit dem Verkaufserlös zumindest Schulden tilgen und im besten Fall den Anlegern einen Teil auszahlen zu können. (Pressemeldung vom 08.08.2013)

Quelle: Deutsche Fondsresearch GmbH | Foto: Deutsche Fondsresearch
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